Unser Fundament
Wir glauben, dass jeder Mensch von Gott zu seinem Ebenbild erschaffen worden ist. Das stattet jeden Menschen mit einer unverlierbaren Würde aus. Gleichzeitig sind wir durch den Einfluss der Sünde in Form unserer Taten und unserer menschlichen Natur von Gott getrennt und daher erlösungsbedürftig. Diese Erlösung kann uns ausschließlich durch Jesus Christus zuteilwerden. Er ist für die Vergebung unserer Sünden am Kreuz gestorben und wieder auferstanden. Allein durch seine Gnade können wir dieses Geschenk im Glauben annehmen. Dafür gebührt ihm allein die Ehre. Die Bibel ist für uns Begründung und Maßstab unseres Glaubens.
In der deutlich detaillierter formulierten Glaubensbasis unseres Verbands sehen wir eine grundsätzlich gute Formulierung der theologischen Grundlagen, die wir vertreten. Uns ist bewusst, dass um sprachliche und inhaltliche Details immer wieder neu gerungen werden muss. Dennoch wollen wir uns für unser Gemeindeleben an der Glaubensbasis, sowie den Stellungnahmen und Orientierungshilfen unseres Verbands ausrichten.
Jesus Christus ist deshalb Ausgangspunkt und Ziel der Gemeindearbeit:
Er ist die Mitte des Gemeindelebens, sowie des Glaubenslebens jedes einzelnen Christen.
Lehre und ihre Verkündigung ist zentrale Grundlage für unser Gemeindeleben. Sie ist an der Bibel ausgerichtet, ist alltagsrelevant und bringt Frucht.
Wir wollen unser Planen und Tun an den Aussagen der Bibel prüfen. Wir wollen als Gemeinde um Wahrheit ringen, um in Unterschiedlichkeit gemeinsam Jesus näherzukommen.
Unsere theologischen Grundüberzeugungen haben wir im ersten Kapitel skizziert.
Darüber hinaus lebt christlicher Glaube aber von Freiheit und Mündigkeit.
Wir bemühen uns also um Einigkeit, wo es um Wesentliches geht, und akzeptieren einander ansonsten in der Unterschiedlichkeit unserer Meinungen.
Menschen, die Jesus nachfolgen, versuchen ihren Lebenswandel an biblischen Leitlinien auszurichten.
Gemeindeglieder, deren Lebenswandel den biblischen Kernaussagen zur Nachfolge offensichtlich widerspricht, wollen wir zur Veränderung einladen bzw. ermahnen. Diese Gespräche sollen immer Hilfestellung, keine Verurteilung sein.
Unser Herzschlag
Wir sind davon überzeugt, dass es eine wichtige Zweckbestimmung der Gemeinde ist, Gott zu verherrlichen. Er verdient es, verehrt und angebetet zu werden.
Das kann auf unterschiedliche Art und Weise geschehen. Zum Beispiel durch Gebet oder Musik. Darin begegnen wir Gott. Anbetung macht unser Leben reich und eröffnet uns Momente, unserem Schöpfer und Retter zu begegnen.
Gebet ist direkte Kommunikation mit dem lebendigen Gott. Gott hat zugesagt, dass Gebet Kraft hat und sich in unserem Leben konkret auswirken wird.
Darum ist das Gebet ein wichtiger Bestandteil unserer Gottesdienste und anderen Aktivitäten.
Wir wollen gemeinsames Gebet in unserer Gemeinde und das persönliche Gebet jedes Gemeindegliedes fördern.
Wir sind zutiefst davon überzeugt, dass nur Jesus unser Leben verändern kann. ER will uns Liebe, Barmherzigkeit und echte Leidenschaft schenken. Deshalb sehnen wir uns danach, Gottes Gegenwart zu erfahren und uns von ihm verändern zu lassen.
Unsere Gemeinde soll ein Gewächshaus für ganzheitliches Wachstum sein: ein Ort, an dem Glaube tiefer, weiter und lebendiger wird – geprägt von Liebe, Barmherzigkeit und echter Leidenschaft für Gott.
Der Gottesdienst in unserer Gemeinde ist die zentrale Veranstaltung des Gemeindelebens. Deshalb soll diese Feier der wöchentliche Treffpunkt der ganzen Gemeinde zur Ehre Gottes und zur persönlichen Stärkung und Korrektur werden. Entsprechend einladend und wertvoll soll diese Veranstaltung gestaltet sein.
Kreise und Veranstaltungen sollen zum Gottesdienst hinführen und dazu einladen.
Wir wollen Gemeindeglieder einladen und herausfordern, möglichst verbindlich an den Gottesdiensten der Gemeinde teilzunehmen.
Gemeinsam unterwegs
Die Liebe zu Gott, zu sich selbst und den Mitmenschen ist Erkennungsmerkmal der Gemeinde. Zu echter Liebe sind wir nur durch Jesus fähig.
Diese Liebe soll jeden Aspekt unseres Lebens prägen: Den Umgang miteinander, das Reden übereinander, das Arbeiten miteinander. Liebe macht alles, was wir tun, wertvoll.
Gemeinde wird für den Einzelnen erst durch persönliche Beziehungen zu anderen Mitchristen erfahrbar und wertvoll. Diese Beziehungen bieten Raum für persönlichen Austausch, geistliches Wachstum und theologischen Tiefgang.
Um solche Beziehungen zu ermöglichen, fördert unsere Gemeinde Kleingruppen. Denn erst in einer kleinen Gruppe kann der Einzelne „vorkommen“. Dabei hat Gemeinde keine Kleingruppen, vielmehr besteht sie aus kleinen Gruppen. Das umfasst nicht nur Hauskreise, sondern prinzipiell alle Veranstaltungen, in denen Menschen sich im Rahmen der Gemeinde regelmäßig treffen.
Gemeinde soll ein Ort geistlicher Heimat für Christen sein. Jeder Mensch ist ohne Vorbehalte willkommen und findet in der Gemeinde ehrliche Liebe. Sie ist Erkennungsmerkmal der Gemeinde Jesu.
Wir achten deshalb den Wert des anderen höher als den eigenen und dienen einander nach dem Vorbild Jesu. Diese Form der Gemeinschaft geht über die regelmäßigen Zusammenkünfte hinaus.
Buße vor Gott und den Mitmenschen ist unverzichtbare Grundlage für ein Leben im Glauben und für geistliches Wachstum. Die Bereitschaft, Verfehlungen einzugestehen und um Vergebung zu bitten, ist Voraussetzung dafür, befreit und fröhlich im Glauben zu wachsen.
Umgekehrt ist die Bereitschaft zur Vergebung & Versöhnung Grundlage für ein befreites Leben als Christ und für gelingende Beziehungen. Gemeinde soll zur Buße herausfordern & zur Vergebung auffordern. Wir wollen als ein Ort bekannt sein, an dem Versöhnung möglich ist.
In einer Gemeinde kann Jeder Menschen finden, denen er vertrauen und denen er sich anvertrauen kann. Es gibt Mütter und Väter im Glauben. Seelsorge hat das Ziel, praktische Lebens- und Glaubenshilfe anzubieten. Seelsorge anzubieten und in Anspruch zu nehmen soll in unserer Gemeinde der Normalfall sein.
Gemeinde ist Leib Christi. Deshalb braucht es jeden Einzelnen. Wir alle sind unterschiedlich, aber jeder hat seinen Platz in der Gemeinde. Wie Körperteile in einem Körper: Keines ist unverzichtbar.
Deshalb sind uns verbindliche Zugehörigkeit und gabenorientierte Mitarbeit wichtig.
Gaben einsetzen
Wir glauben, dass es biblisch gesehen keine Unterteilung in Gemeindeglied und Mitarbeiter gibt. Jedes Gemeindeglied ist automatisch auch Mitarbeiter in seiner Gemeinde.
Das Engagement in der Gemeinde orientiert sich an den Gaben und Begabungen, die Gott uns schenkt. Jeder Nachfolger Christi ist von Gott mit Gaben beschenkt. Diese dürfen wir zum Bau seiner Gemeinde einsetzen. Alle Gaben sind deshalb als gleichwertig zu betrachten.
Wir wollen Jeden dazu einladen, fördern und herausfordern, seine Gaben zu entdecken und optimal einzusetzen.
Jesus wird auch durch unser Tun verherrlicht. Wir sehen Ressourcen und Begabungen als Geschenke Gottes. Jesus hat sich völlig für uns hingegeben. Deshalb wollen wir unsere Gaben und Begabungen bestmöglich zu seiner Ehre einsetzen.
Mitarbeit wollen wir fördern und Menschen herausfordern – ohne zu überfordern. Wir wollen Menschen einladen, ihre Begabungen und Ressourcen in der Gemeinde einzusetzen.
Denn darin sehen wir ein geistliches Prinzip: Wir sollen von dem zurückgeben, was uns geschenkt wird – auch indem wir die Gemeindearbeit vor Ort unterstützen.
Sendung in die Welt
Jeder Christ, sowie die Gemeinde als Ganzes, hat den klaren Auftrag, Menschen mit der guten Nachricht bekannt zu machen und sie zu einer lebendigen Beziehung zu Jesus zu führen.
Wir wollen das Evangelium deshalb einfach und verständlich für die Menschen unserer Zeit heute vermitteln. Wir wollen unsere Kraft, Zeit und Geld dafür einsetzen, dass unsere Mitmenschen die Erlösung durch Jesus Christus erleben und unsere Gemeinde wächst.
Es ist nicht gleichgültig, was über die Gemeinde gesagt und gedacht wird. Liebe untereinander soll laut Jesus das Erkennungsmerkmal für seine Nachfolger sein.
Deshalb wollen wir uns herausfordern lassen, mit gutem Verhalten und unserer Liebe zueinander positiv aufzufallen. Wir wollen danach streben, mit unserer Ausstrahlung bei unseren Mitmenschen Staunen und Interesse hervorzurufen.
Glaube wird immer praktisch. Gott will, dass wir den Anderen in seiner Not sehen. Er will, dass wir Gutes tun. Gemeinde kümmert sich deshalb um Kranke, Schwache und Hilfsbedürftige. Sie leidet mit.
Jedes Gemeindeglied soll es sich deshalb zum Anliegen und zur Aufgabe machen, die Not, die Probleme und Bedürfnisse der Anderen Gemeindeglieder und Mitmenschen zu sehen, und Kraft und Zeit investieren, um diese so gut es geht zu mildem.
Wir sind Teil der weltweiten Gemeinde Gottes. Deshalb gilt auch uns der Auftrag, die frohe Botschaft in die ganze Welt zu tragen. Dabei ist die Liebenzeller Mission unsere ursprüngliche und nächste Verbindung. Wir wollen sie darum finanziell, im Gebet und durch Information regelmäßig unterstützen.
Regelmäßig unterstützen wir außerdem Christen, die unter Verfolgung oder Unterdrückung leiden, finanziell und im Gebet.